| Kooperationsprojekt erhält Zustimmung | |
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Die Geschäftsführungen der wvr, der EWG GmbH Alzey und der Stadtwerke GmbH Kirchheimbolanden, der Thüga Aktiengesellschaft, der Rheinhessen Energie Mainz und der Energie Dienstleistung Gesellschaft Rheinhessen-Nahe (EDG) Nieder-Olm befürworten eine groß angelegte kommunale Kooperation in Rheinhessen und der Nordpfalz. Dies ist das Ergebnis einer sechs monatigen Prüfung. Am 29.06.2010 haben auch die Aufsichtsgremien der wvr, der EWG Alzey und der Stadtwerke GmbH Kirchheimbolanden diesem Projekt zugestimmt. Die Zustimmung der noch fehlenden Aufsichtsgremien sowie die Entscheidung der Eigentümer der Unternehmen sollen bis zum Herbst eingeholt werden. Geplant ist, dass die Wasserversorgung der jeweiligen Unternehmen in der Wasserversorgung Rheinhessen GmbH zusammengefasst wird. Die Energieversorgung der beteiligten Unternehmen wird in dem Unternehmen "Energieversorgung Rheinhessen-Pfalz gebündelt werden. Konkret bedeutet dies, dass die EWG Alzey und die Stadtwerke GmbH Kirchheimbolanden ihre Wasserversorgung in die bestehende wvr einbringen und sich damit an der wvr beteiligen. Die Zahl der von der wvr versorgten Einwohner würde von ca. 168.000 auf ca. 220.000 wachsen. "Diese Kooperation schafft eine langfristige Sicherheit der Versorgung, sichert einen nachhaltigen Umgang mit den Wasserressourcen, erschließt Synergiepotentiale, sichert Arbeitsplätze in der Region und ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt sozialverträglicher Wasserpreise" fasst Geschäftsführer Dr. Kiesewetter zusammen. Nach Aussage von Dr. Kiesewetter besteht bei allen Gesellschaften darüber Einigkeit, dass das dezentrale Standortkonzept für die Kunden erhalten bleibt und das auch keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden. "Wir haben in den zurückliegenden sechs Monaten intensiv die Handlungsoptionen für die Unternehmen geprüft", ergänzte Geschäftsführer Dr. Kiesewetter "und sind zum Ergebnis gekommen, dass diese Umsetzung, die beste Lösung für alle Beteiligte ist, um die kommunale Energie- und Wasserversorgung in der Region zukunftsfähig zu gestalten." Den Wasserversorgungsunternehmen in Rheinhessen ist bewusst, dass die Trinkwasserversorgung in Deutschland und somit auch in unserer Region in Zukunft mit großen neuen Herausforderungen konfrontiert werden wird. Die demografische Veränderung wird zu einem Rückgang der verkauften Trinkwassermenge führen. Damit verbunden ist ein Rückgang der Erlöse bei nahezu gleichbleibenden Kosten für die Unternehmen, da der Fixkostenanteil in der Wasserversorgung stark dominiert. Die Wasserversorgungsunternehmen in Rheinhessen wollen sich auf diese Entwicklung einstellen und frühzeitig sich dem zunehmenden Kostendruck entgegensetzen. Im Rahmen einer möglichen Zusammenarbeit sind entsprechende Maßnahmen zu entwickeln, die langfristig zu einer technischen und wirtschaftlichen Stabilisierung der Unternehmen führen. Dazu gehört auch die Senkung des laufenden Aufwandes durch Erschließung weiterer Synergiepotentiale. Der demografische Wandel führt dazu, dass die Bedeutung langfristiger vorausschauender Unternehmenskonzepte zunehmen wird, um mit knapper werdenden finanziellen Mitteln die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Der beginnende Klimawandel birgt mehrere Problemfelder für die Wasserversorgung. Es ist gesicherte Erkenntnis, dass mittel- und langfristig die Sommer heißer und trockener werden und die Wahrscheinlichkeit von Trockenperioden steigt. Somit wird der Klimawandel die Verfügbarkeit des Wassers verändern. Die Ressourcenfrage wird sich in Rheinhessen nicht stellen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass extreme Niedrigwasserführungen des Rheins zu einem Anstieg der Stoffkonzentrationen und zu einer Beeinträchtigung der Wasserqualität führen werden. Das Anforderungsprofil an die Wasseraufbereitung wird sich wohl verändern. Extreme Hochwässer werden gegebenenfalls zu einer Gefährung von Wasserversorgungsanlagen führen, die sich in Rheinhessen zu einem großen Teil in der Rheinebene befinden. Ein zusätzliches Problem ist die Tatsache, dass der Spitzenbedarf in Trockenperioden zunehmen wird. Bei gleichzeitig sinkenden Durchschnittsverbräuchen wird der Betrieb der Wasserversorgungsinfrastruktur vor neue Herausforderungen gestellt werden. Die Gesellschafter der potentiellen Wasser- und Energieversorgungsunternehmen in Rheinhessen und der Nordpfalz haben sich auf einen gemeinsamen Konsortialvertrag verständigt, der eine enge Zusammenarbeit der Unternehmen vorsieht und ausdrücklich die Offenheit für weitere kommunale Partner beinhaltet. In den nächsten vier Monaten wird das Konzept den Eigentümern der Unternehmen vorgestellt. Ziel ist, die Umsetzung bis zum 1. Januar 2011 zu realisieren. |


